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13.03.2018 Krimi mal anders

WPU Kriminalbiologie besucht Polizeipräsidium

Autorin: Carolin Holscher

Eine aufgequollene, rot blau angelaufene Hand schwimmt in einem Konservierungsglas. Die Hand ist abgetrennt und an dieser Stelle mit einer offenen Wunde versehen, aus der faserartige Stränge hinausschauen. Die Flüssigkeit, in der sie liegt, ist gelblich. Das Glas dreckig.

So begann unser Ausflug im WPU Fach Kriminalbiologie. Na gut, nicht ganz. Wir besuchten das städtische Polizeipräsidium und nahmen dort an einer Führung teil. Wobei wir diese mysteriöse Hand zu sehen bekamen. Aber erst einmal, eins nach dem anderen. 

Am 27. Februar 2018 traf sich unser WPU-Kurs, unter der Leitung von Frau Schneider, in der 1. Pause, um gemeinsam mit der U-Bahn zum Polizeipräsidium (Spezialisierung: kriminaltechnische Lehrmittelsammlung) an der Miquel-Adickes-Allee zu fahren. Dort angekommen wurden wir am Eingang freundlich empfangen und ohne lange Wartezeit in die Ausstellung geführt, welche sich im Untergeschoss des Polizeipräsidiums befindet.

Nachdem wir unsere Jacken und Taschen abgelegt hatten, folgte nun endlich die Führung. Herr Zosel, der im Präsidium als Polizeihauptkommissar arbeitet, gab uns eine Einleitung in die Materie und führte uns anschließend auch herum. Dabei änderte er explizit für uns die Führung ein wenig ab und passte diese unserem Themengebiet, der Forensik, an. Anfangs saßen wir in einem eher kahlen Raum, in dem sich an den Wänden einige Tafeln befanden, die die Geschichte des Frankfurter Polizeipräsidiums dokumentieren. Herr Zosel war so nett, nicht allzu genau darauf einzugehen. Aus welchem Grund? Er wollte uns mit trockenen und steifen Fakten verschonen. Für alle Interessierten von uns gab er uns allerdings die Möglichkeit, alles noch einmal im Internet nachzulesen. Wer ebenfalls daran Interesse hat, kann mit diesem Link https://www.polizei.hessen.de/ueber-uns/geschichte/ auf die offizielle Seite des Frankfurter Polizeipräsidiums gelangen.

Anschließend, nachdem Herr Zosel uns eine Geschichte aus der Zeit der Judenverfolgung speziell in Frankfurt erzählt hatte, in der ein Polizist wahre Tapferkeit bewies, folgten wir ihm in den nächsten Raum, wo die eigentliche Ausstellung anfing. Er erklärte uns, dass hier anfangs nur gesammelte Stücke der Polizei lagerten, bevor man sich dachte, daraus eine Art Museum zu gestalten.

Herr Zosel zeigte uns zuallererst anhand vielseitiger Beweismaterialien einige Verbrechensdelikte, unter anderem, wie ein aufgebrochener Zigarettenautomat aussieht.

Als nächstes reisten wir zurück in die 80er Jahre und beschäftigten uns mit den Auseinandersetzungen bezüglich des Baus der Startbahn West, Frankfurt. Darunter waren heftige Demonstrationen der Bevölkerung dabei, bei denen zwei Polizisten ihr Leben verloren. Dies waren die ersten beiden Polizisten, die in Hessen wegen eines Protestes ums Leben kamen.

Zudem lernten wir auch noch etwas, das sich für uns im Alltag als äußerst nützlich erweist. So zum Beispiel beschäftigten wir uns mit Geldscheinen und den sogenannten „Blüten“ und wie man diese erkennt.

Anschließend ging es ein wenig in die düsterere Richtung, wobei wir bald auch bei der abgetrennten Hand angelangten. Wir bekamen zwei bekannte Mordfälle aus Frankfurt gezeigt, unter anderem den von Rosemarie Nitribitt, der „Edelhure“ aus Frankfurt.

Nun ging es noch ein wenig mehr in die Richtung unseres Fachgebietes, der Forensik. Als Forensiker beschäftigen wir uns damit, Hinweise bzw. Beweise zu sammeln, um am Ende die Wahrheit eines Verbrechens aufzudecken. Das können wir an Hand fast jeder Information tun, die wir (am Tatort) finden. Deswegen kamen uns die nächsten Stationen wie gelegen. Jetzt waren wir bei den eingelegten Händen, abgetrennten Fingern und aufgequollenen Fingerkuppen von einer Wasserleiche angekommen und Achtung, die waren wirklich echt! Man kann durch die Fingerkuppen der Wasserleiche beispielsweise die verstorbene Person identifiziert. Das funktioniert mithilfe des einzigartigen Fingerabdruckes, den jeder Mensch besitzt, der ein Zusammenspiel verschiedenen Linien, sogenannten Papillaren ist. Aber auch anhand von Zähnen kann man ein Opfer identifizieren oder noch besser den Täter.

Nach mehr oder weniger genauer Betrachtung der abgetrennten Körperteile gingen wir ein Stück weiter und beschäftigten uns nun mit den sogenannten „Bodypackern“. Wer noch nichts mit dem Begriff anzufangen weiß, das sind Personen, die für andere Drogen im eigenen Körper schmuggeln. Dabei schlucken sie Päckchen, die dann im Magen landen und am Ende, nach dem Schmuggel  ganz normal aus dem Enddarm wieder hinausgelangen. Das ist ein sehr gefährlicher Job, den Menschen aus armen Ländern auf sich nehmen, um wenigstens ein wenig Geld zu bekommen. Herr Zosel hat uns genau erklärt, wie man als normaler Reisender auch genau solche Personen erkennt, denn sie sitzen meist stocksteif im Flugzeit und schwitzen sehr stark.

Dann kamen wir auch schon fast zum Schluss unserer Führung. Als letzten Punkt zeigte er uns die verschiedensten Drogen und legte uns ans Herz, wie man damit umzugehen hat, beziehungsweise sie grundlegend zu meiden. Abschließend erwähnte er noch die Gefahr, die von vergifteten Lebensmitteln ausgeht. Dazu erzählte er einem Fall, in dem ein Mann einer  Supermarktkette mit vergifteten Lebensmitteln drohte und so Diamanten für viele tausend Euro erpresste, die mit einer Brieftaube überbracht wurden.

Alles in allem war das eine hochinteressante Führung, aus der wir alle, denke ich, viel mit nach Hause nehmen werden. Noch einmal ein großes Dankeschön an Herrn Zosel, der uns so begeistert und offen durch diese Führung begleitet hat.

Noch eine Anmerkung: Da in unserer Generation die Polizei nicht immer einen allzu guten Ruf hat, gefiel es mir umso besser, dass diese hier als sehr positiv dargestellt wurde.

Wen also jetzt das Forensik- und Forschungsfieber gepackt hat, der ist herzlich willkommen im nächsten Jahr in den WPU Kurs Kriminalbiologie zu wechseln. Es wird vor allem sehr interessant und eben auch ein wenig mysteriös. Seid gespannt!