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Herzlich willkommen an der OHS!!!

2018 06 Projektwoche Ablauf

Fachtag 2018:

Personalrat und Schulleitung möchten im Rahmen der Fürsorgepflicht die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen fördern und stärken, da sehr auffällig ist, dass der schulische Alltag mit Stress, Termindruck, Konflikten sich äußerst negativ auf die Gesundheit aller Kolleginnen und Kollegen auswirkt (hohe und längere Fehlzeiten, dadurch zusätzliche Belastung der übrigen Lehrkräfte, die dann wiederum krank werden).

Deswegen nehmen wir unterstützende Maßnahmen durch den Medical Airport Service wahr. Die bereits durchgeführte Online-Gefährdungsanalyse hat Themenschwerpunkte ergeben, die in einer Feinanalyse für das gesamte Kollegium genauer betrachtet werden sollen.

Als Termin dafür ist Donnerstag, der 14.06.2018 nach einstimmiger Zustimmung im Schulelternbeirat und der Schulkonferenz vorgesehen. Für die Schülerinnen und Schüler der Otto-Hahn-Schule findet an diesem Tag kein Unterricht statt. Sollten Sie Betreuungsbedarf für ihre Kinder haben, melden Sie dies uns bitte zurück.

>>> Informationen zum Fachtag                    >>>Anmeldung von Betreuungsbedarf

29.05.2018 Bio-Leistungskurse besichtigen die Grube Messel

Interessante Einsichten in die zum UNESCO-Welterbe erklärte Ölschiefergrube

Autorin: Frau Schneider

Wie Fossilien aussehen weiß jeder, aber wo werden sie gefunden und wie präpariert man sie? Diese Fragen wollten die Biologie-Leistungskurse von Frau Dr. Jackson und Frau Schneider nachgehen.

Der Treffpunkt 9.30 Uhr an der Grube Messel hinter Darmstadt war schon nicht einfach zu erreichen, galt es doch einige Autobahnstaus zu bewältigen. Um auch den letzten Teilnehmern die Gelegenheit zu geben, bei der Führung um 11 Uhr dabei zu sein, besichtigten wir zuerst das Besucherzentrum mit einigen, jedoch erstaunlich wenigen gut erhaltenen Fossilien. Grund ist die Intention der Einrichtung: Hier soll ein Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stattfinden und aktuelle Forschung präsentiert werden. So konnte man eine Fahrstuhl-Reise in einem Bohrkern unternehmen, Werkzeuge der Präparatoren sehen und in ein Fledermausohr virtuell „hineinfliegen“. Grube und Besucherzentrum werden von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung als Wissenschaftsbergbau betrieben, im Auftrag des Landes Hessen. Fossilien aus Messel kann man in vielen Naturkundemuseen auf der ganzen Welt bewundern. Denn die Grube Messel gehört zu den zehn berühmtesten Fossilienlagerstätten der Welt, die einzigartig gut erhaltene Exemplare des Urpferdchen, von sechs verschiedenen Fledermausarten und vielen Reptilien aufweist. Wie kam es dazu?

Vor ca. 48 Mio. Jahren herrscht in dem damaligen Gebiet ein subtropisches Klima, so wie etwa heute in Sizilien. Vulkanische Tätigkeiten ließen einen Maarsee entstehen, der vielen Tieren zum Verhängnis wurde und heutige Paläontologen begeistert. So findet man heute noch jeden Tag Fossilien und einmal wöchentlich einen größeren Fisch bzw. eine Schildkröte einmal im Monat. Diese Tiere waren alle vor über 47 Mio. Jahre (unteres Mitteleozän) in den See gefallen und wurden sehr schnell von Sedimenten überlagert, so dass Bakterien und andere Zersetzer nur wenig Chance hatten, sie zu zerstören. Man vermutet, dass aufsteigende giftige Faulgase zu ihrem schnellen Tod führten. Aus diesem Grund sind Tiere mit Mageninhalt, Fledermäuse mit Flughäuten und sogar eine dreigliedrige fossile Nahrungskette erhalten geblieben: Eine Schlange frisst einen Frosch, der gerade einen Käfer gefressen hatte. Davon gibt es nur zwei auf der Welt!

Bohrungen haben belegt, dass die vulkanische Schicht bis auf 433 m Tiefe reicht. Vor eine Mio. Jahren wurde der Vulkansee mit Ölschiefer gefüllt; das sorgte für eine weitere Konservierung. Dies und weitere Informationen erhielten wir von der Diplom-Biologin Frau Hogfeld, die uns bei der Führung mehrere Stationen der Grube zeigte. Apropos Grube. Wer einen Bergwerkstollen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Wir wanderten durch eine stillgelegte Industrielandschaft mit einer breiten Straße, einer geschotterten Fläche, die aussah wie ein Parkplatz, einigen Abraumhalden und dann wieder kleine Feuchtbiotope und Birkenwäldchen. Der Krater selbst misst 500 x 800 Meter und sieht nicht gerade berühmt aus.

Eine der ersten Stationen war ein artesischer Brunnen auf der untersten Grubensohle. Nach Öffnen eines Ventils sprudelte aus 200 m Tiefe fossiles Wasser nach oben. Ganz ohne pumpen, denn es ist unter dem Grundwasserspiegel und steht derart unter Druck, dass es an die Erdoberfläche schießt, wo wir es probieren konnten. Es schmeckte leicht „rostig“, da es Eisen enthält und roch streng nach faulen Eiern. Ein Indiz für Schwefel. Auf der Grubensohle sind mehrere Leitungen, ein Pumpenhäuschen und kleine idyllische Teiche zu sehen. Wir erfuhren, dass ständig Wasser abgepumpt werden muss, da der Grundwasserspiegel eigentlich viel höher liegt. Da das Gebiet eingezäunt ist und nur in Begleitung eines Guides betreten werden darf, ist es gleichzeitig ein Rückzugsort für seltene Tiere, wie den Flussregenpfeifer, der unter Artenschutz steht.

Die Grube entstand durch den Abbau des Ölschiefers, der 1890 begann und vorrangig der Gewinnung von Rohöl diente. Nebenprodukte waren Schwefelteer, Paraffine u. a. für Kerzen und auch die Schlackenstoffe aus der Ölverarbeitung fanden Verwendung, so z. B. auf den Aschenbahnen der Sportplätze. Als die Ölgewinnung unrentabel wurde, kaufte der Zweckverband Abfallversorgung Südhessen 1973 das Areal, um es in eine Mülldeponie zu verwandeln. Daher die Schotterfläche und die breiten asphaltierten Straßen nebst einer Rampe. Man muss sich das einmal vorstellen: hessischer Hausmüll auf einzigartige Fossilien! Zum Glück gab es eine tatkräftige Bürgerbewegung und die Politiker lenkten ein. 1974 gaben sie grünes Licht für deren Anerkennung als Naturdenkmal.

Doch zurück zu den Fossilien; die bekamen wir kaum zu sehen. Erstens ist es Laien verboten zu buddeln. Nur Wissenschaftler der Senkenberg-Gesellschaft und der Naturschutzbehörde dürfen jährlich eine Lizenz beantragen, um ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken nach Fossilien zu suchen. Zweitens ist der Ölschiefer so porös, dass er an der Luft sofort zerbröselt. Wir konnten das an einer Abraumhalde testen. Hier konnte man kleine pflanzliche Reste zumindest erahnen. Frau Hogfeld erklärte, dass in der Praxis mit der Motorsäge Blöcke aus dem Schiefer getrennt werden, dann vor Ort sofort untersucht und kleinere Fossilien in Wassertanks gelagert, größere in feuchtes Papier eingeschlagen werden. Erst durch die Präparation mit feinen Instrumenten, ähnlich denen des Zahnarztes, wird der Schiefer entfernt und das versteinerte Lebewesen durch eine Behandlung mit Kunstharz konserviert.

An weiteren Stationen der Führung durften wir dann doch einige Fossilien in die Hand nehmen, darunter Schildkröten, Fledermäuse, Fische und Pflanzen. Wir sahen in Wasser eingelegte Insekten, deren Flügel farbig schillerten und natürlich das berühmte fuchsgroße Urpferdchen mit drei Zehen. Von dem berühmten 4 m langem Krokodil gibt es immerhin einen Metallabdruck. Die Liste der gefunden Fossilien ist viel zu lang, um sie hier aufzuführen. Und das, obwohl bisher nur ein Teil des Ölschiefers untersucht wurde.

In den zwei Stunden haben wir viele interessante Einblicke in die Arbeitsweise von Paläontologen erhalten und Informationen über Historie und Bedeutung der Grube Messel erhalten. Eine Führung in dem Naturdenkmal ist daher sehr zu empfehlen.