Autoren: Frau Grell, Herr Dr. Lamprecht und Frau Sondermann

Basierend auf den ausführlichen Konzepten der Planungsgruppe Lernzeit H/R

Die Otto-Hahn-Schule möchte alle Lernenden in ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten unterstützen, fördern und begleiten. Mit der Einführung der Lernzeit für die 7. Haupt- und Realschulklassen, bieten wir einen weiteren Baustein dazu an.

Die Lernzeit „öffnet“ sich für alle Fächer. Die Lernenden entscheiden eigenständig, womit sie sich in der Lernzeit beschäftigen wollen, werden aber bei dieser Entscheidung von Lehrkräften beraten. Die Schüler*innen können die Lernzeit nutzen, um Hausaufgaben oder komplexere Arbeitsaufträge (Hausarbeiten/Gruppenarbeiten/Referate; kurz gesagt „Wochenaufgaben“, die aus jedem Fach gegeben werden können und auch über mehrere Wochen gehen) zu erledigen. Es ist aber auch möglich Problembereiche nachzuarbeiten oder für Arbeiten und Lernkontrollen zu üben.

 

Lernziele der Lernzeit bestehen aus drei Komponenten: Lernerautonomie stärken, Übungszeiten gewährleisten und Beratung anbieten.

Übergeordnetes Ziel: 

  • Die Schüler*innen sollen die Möglichkeit haben, ihre Lernerautonomie und Selbstverantwortung zu stärken, indem sie eigenständig entscheiden, zu welchem Zeitpunkt welche Inhalte geübt, nachgearbeitet der vorbereitet werden.

Die Lernzeiten bieten Übungszeit:

  • Unterrichtsinhalte vertiefen
  • Hausaufgaben oder komplexere Arbeitsaufträge (Plakatgestaltungen, Gruppenarbeiten oder Referate) anfertigen
  • Individuelle Problembereiche (z.B. typische Baustellen, Methoden) aufarbeiten
  • Stationen für die Hauptfächer mit Grundlagen und Vertiefungsmaterial

Die Lernzeiten bieten Beratungszeit:

  • Die Lernzeitlehrkraft berät und begleitet auf Nachfrage die Schüler*Innen.
  • Die Schüler*innen reflektieren ihren Lernprozess (Logbuch)

Der Schwerpunkt der Lernzeiten liegt auf der Vermittlung fachlicher Inhalte sowie auf der Förderung von Fachsprachlichkeit und Schriftsprachlichkeit.

 

Ein vielseitiges Angebot von Arbeitsformen zeichnet die Lernzeit aus

Um unterschiedlichen Lerntypen, Vorlieben und Bedarfen zu begegnen, gibt es in den Lernzeiten ein breites, wechselndes Angebot von Lern- und Arbeitsformen. Hierbei achten wir stets auf eine passende Differenzierung.

Klarheit für Lernende durch eine strukturierte Organisationsform

Die Lernzeit findet zweistündig pro Woche im Klassenverband und mit einer vertrauten Lehrkraft, idealerweise der/dem Klassenlehr*In statt.

Ein Vorteil der Arbeit im Klassenverband ist Kontinuität, denn die Schüler*innen kennen bereits die Lernzeit im Klassenverband aus der Förderstufe. Ein weiterer Grund für die Arbeit im Klassenverband ist, dass es so auch möglich ist, Wochenaufgaben als Gruppenarbeiten durchzuführen. Die Schüler*Innen können also je nach Vorliebe und Fähigkeit alleine, mit einem Partner oder in der Kleingruppe arbeiten. Nicht zuletzt spricht für die Arbeit im Klassenverband, dass eine vertraute Lehrkraft, die Schüler*Innen unterstützt und bereits aus dem Unterricht, die jeweiligen Stärken und Herausforderungen kennt.

Die Lernzeit soll in den späteren Stunden des Vormittags oder am Nachmittag liegen, um Fachunterricht in den frühen Stunden unterrichten zu können.

Die individuelle Arbeitsweise wird an eine klare Ritualisierung in der Lernzeitstunde geknüpft, um den Schüler*Innen Sicherheit und Transparenz zu bieten. Diese Strukturierung könnte beispielsweise wie folgt aussehen:

 

Einstieg

5-Minuten

Kopfübungen (Kärtchenbox „Fächer aktuell“)

Box mit leeren Kärtchen, auf denen alle Fachkollegen Begriffe/
Aufgaben notieren können (+ Lösung auf der Rückseite)

„Übungszeit“

35-Minuten

Lernzeit für ALLE FÄCHER

  • Arbeiten an HA, Wochenaufgaben* bearbeiten (z.B.: Plakat in PW / Lapbook etc.)
  • Lerntheken in den Hauptfächern: z.B. Mathewettbewerb für 8.Klasse/ Grammatikübungen in Englisch oder Deutsch etc.

*wichtig: Die Fachkollegen*innen geben die Aufgaben in Absprache der Teamsitzung aus dem 1.  Halbjahr                             

Mögliche Lernorte: Bibliothek oder PC-Raum

Schluss:

5- Minuten

Feedback (im Plenum)

Eintragen ins Klassenlogbuch/Logbuch

 

Transparenz und Verbindlichkeit durch die Arbeit mit dem Logbuch:

Im Vordergrund der Lernzeit steht die eigene Verantwortung, die Lernzeit zu nutzen, um an Herausforderungen und Projekten im eigenen Lerntempo und nach eigener Wahl zu arbeiten. Wie in der 5. und 6. Klasse sollen die Schüler*innen über diesen Prozess ein Logbuch führen. Mit dem Logbuch wird das selbstorganisierte Lernen unterstützt, denn durch die kontinuierliche Anwendung des Logbuchs (seit der Klasse 5) wird eine adäquate Selbstverantwortung und Selbstständigkeit der Schüler*in greifbar gemacht und eingeübt. Folglich ist das „Logbuch“ ein wichtiges Instrument des/der Schülers*in. Hinzu kommt, dass es auch Eltern und den verschiedenen Lehrer*Innen eines Kindes Einblick in dessen schulisches Fortkommen ermöglicht. Neben dem privaten Logbuch jedes Schülers/jeder Schülerin wird durch ein gemeinsam geführtes Klassenlogbuch die Lernentwicklung und die Schwerpunkte der gesamten Klasse dokumentiert. Dies hilft auch den Lernenden beim Führen des eigenen Logbuchs.

Um weitere Details und Unterschiede zwischen der Arbeit in den Lernzeiten im Haupt- und Realschulbereich zu erfahren und/oder die vollständigen Konzepte zu erhalten, wenden Sie sich gerne an Frau Sondermann (sondermann (at) ohs-frankfurt.de).