Lesung und Gespräch mit Norman Wolf
Artikel: Frau Morales & Frau Lamprecht, Fotos: Frau Muthig
46 % aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland erleben im Laufe ihrer Schulzeit Mobbing. Aus diesem Grund ist es uns an der Otto-Hahn-Schule besonders wichtig, dass sich alle Lernenden sicher und wohl fühlen. Schule soll ein Ort sein, an dem man gerne lernt, Freunde findet und sich angenommen fühlt – unabhängig davon, wie man aussieht, denkt oder ist. In diesem Rahmen beschäftigten sich die Klassen 5Ga und 6Gc mit Frau Morales und Frau Lamprecht in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema Mobbing und Diskriminierung. Neben der Arbeit in Lions Quest und in verschiedenen Unterrichtseinheiten durften die SuS auch einen ganz besonderen Gast begrüßen: den Autoren und Influencer Norman Wolf.
Norman Wolf setzt sich seit vielen Jahren für psychische Gesundheit und gegen Mobbing ein. Geprägt durch eigene Erfahrungen seiner Schulzeit spricht er offen darüber, wie verletzend Ausgrenzung und Mobbing sein können. In seinem Buch „Wenn die Pause zur Hölle wird“ beschreibt er eindrucksvoll, welche Folgen Mobbing für das Selbstverständnis der Betroffenen haben kann und warum es so wichtig ist, nicht wegzusehen.
Schon während der Lesung wurde schnell deutlich, dass Norman Wolf nicht einfach nur aus einem Buch vorlesen wird. Er sprach ehrlich über Erlebnisse, die ihn bis heute prägen. Immer wieder wurde es ganz still im Raum, weil die Schüler:innen spürten, wie persönlich seine Geschichten waren. Besonders bewegend war seine Aussage: „Keiner kann sehen, wie es einem innerlich geht.“ Damit machte er deutlich, dass viele Menschen ihre Sorgen und Verletzungen verstecken. Sehr eindrucksvoll war auch der Moment, als ein Kind fragte: „Wenn Sie nochmal zehn wären, was würden Sie anders machen?“ Norman Wolf antwortete offen und nachdenklich, dass er sich früher Hilfe geholt hätte. Heute wisse er, wie wichtig es sei, über Probleme zu sprechen und sich Unterstützung zu suchen. Genau dazu wollte er auch die Schüler:innen ermutigen: laut zu werden und Hilfe anzunehmen. Denn manchmal reicht schon ein freundliches Wort oder das Gefühl, nicht alleine zu sein, um einem Menschen Mut zu machen.
Im weiteren Verlauf stellten die Schüler:innen viele interessierte und persönliche Fragen, auf die Norman Wolf ehrlich einging. Es war schön zu sehen, wie sich aus der Lesung nach und nach ein echter Austausch entwickelte, bei dem die Kinder aufmerksam zuhörten, nachfragten und ihre Gedanken teilten. Trotz der ernsten Themen machte Norman Wolf den Kindern vor allem Mut. Er appellierte, füreinander einzustehen, aufmerksam hinzusehen und andere nicht auszugrenzen. Besonders seine abschließenden Worte blieben vielen im Gedächtnis: „Jede und jeder von euch ist wertvoll.“
Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen wertvollen und beeindruckenden Beitrag.

