Verlässliche Begleitung – gestern, heute und morgen
Artikel und Fotos: Jugendhilfe
Als die Jugendhilfe im Schuljahr 2006/2007 ihre Arbeit an der Otto-Hahn-Schule aufnahm, begann ein bedeutender Entwicklungsschritt in der Schulgeschichte. In Kooperation mit dem Träger, dem Evangelischen Verein für Jugend- und Sozialarbeit in Frankfurt am Main e.V., wurde vor 20 Jahren ein verlässliches sozialpädagogisches Angebot aufgebaut, das die Entwicklung und Bildungschancen von jungen Menschen begleitet. Mit zunächst 1,5 Fachkraftstellen wurden Angebote entwickelt, um dem damaligen Schulabsentismus zu begegnen. Das in der Schule gemeinsam entwickelte Programm „Level 24“ lieferte damals Grundlagen zur Weiterentwicklung des Programms „Jugendhilfe in der Schule“. Im Bereich der Berufsorientierung unterstützte die Jugendhilfe vor allem Schülerinnen und Schüler der Förderstufe sowie des Haupt- und Realschulzweigs auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf.
Grundlage der Arbeit ist das Förderprogramm „Jugendhilfe in der Schule“ des Stadtschulamtes Frankfurt am Main. Von Beginn an verstand sich die Jugendhilfe als Bindeglied zwischen Schule, Familie und außerschulischen Partnern – niedrigschwellig, verlässlich und am Bedarf der jungen Menschen orientiert. Die gesammelten Erfahrungen und die gute Zusammenarbeit haben in den vergangenen Jahren zu kontinuierlichen Weiterentwicklungen des Programms und der Gestaltung der Jugendhilfe an der Otto-Hahn-Schule geführt. Heute arbeiten vier sozialpädagogische Fachkräfte an der Otto-Hahn-Schule. Mit dieser personellen Stärkung konnten Angebote ausgebaut und strukturell fest im Schulalltag verankert werden.
Ein zentrales Element sind die Praxistage in den Jahrgängen 7, 8 und 9 im Rahmen der Berufsorientierung. Neben der beruflichen Perspektivklärung rückt zunehmend die Förderung personaler und sozialer Kompetenzen in den Fokus: Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Verantwortungsübernahme und Selbstorganisation sind Schlüsselqualifikationen für einen gelingenden Übergang in Ausbildung und Beruf – und für ein selbstbestimmtes Leben.
Bereits in den Jahrgängen 5 und 6 setzt die Jugendhilfe mit dem Lebenskompetenzprogramm „Lions-Quest – Erwachsen werden“ an. Aufbauend auf wissenschaftlichen Grundlagen ist das Programm fest im Stundenplan integriert. Es stärkt Resilienz, Konfliktfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein und macht soziales Lernen zu einem selbstverständlichen Bestandteil schulischer Bildung.
Ergänzt werden diese Bausteine durch Einzelfallberatung, sozialpädagogische Gruppenangebote, Begleitung von Klassenfahrten, Ferienprogramme sowie durch präventive Projekte zu aktuellen Themen. Die Jugendhilfe trägt damit maßgeblich zu einem positiven Schulklima und zur Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler bei.
Mit dem 50-jährigen Jubiläum der Otto-Hahn-Schule richten wir den Blick nach vorn. Geplant ist die Ausweitung der Jugendhilfeangebote auf den Gymnasialzweig, um allen Schülerinnen und Schülern gleichermaßen sozialpädagogische Begleitung zu ermöglichen.
Die neuen räumlichen Möglichkeiten eröffnen zusätzliche Perspektiven: Es entstehen Orte für Beratung, Gruppenarbeit und projektorientiertes Lernen – Räume der Begegnung, des Vertrauens und der Unterstützung. Was einst mit einem klar umrissenen Berufsorientierungsangebot begann, ist heute ein vielseitiges, multiprofessionell getragenes Arbeitsfeld. In enger Kooperation mit Schulleitung, Kollegium, Eltern und außerschulischen Partnern begleitet die Jugendhilfe junge Menschen auf ihrem Weg – verlässlich, wertschätzend und zukunftsorientiert.
So verbinden sich 50 Jahre Schulgeschichte mit einer klaren Perspektive, die wir gemeinsam leben: Schule als Lern- und Lebensort zu verstehen, an dem Kinder und Jugendliche in ihrer gesamten Persönlichkeit gestärkt werden.

